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Ländlicher Raum    Mai 2012

Online-Fachzeitung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

RAUMORDNUNG & RAUMPLANUNG

Tatjana Fischer, Verena Peer: Zeit und Wissen – zwei zentrale Bestimmungsgrößen in der Raumplanung

Die Querschnittsmaterie Raumplanung ist im Rahmen der definierten politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen wesentlich an der Gestaltung des strukturellen, funktionalen und atmosphärisch-ästhetischen Systems, in welchem das tägliche Leben zu organisieren ist, beteiligt. Zentrales Anliegen dabei ist die Sicherung von Lebensqualität. Die dafür als notwendig erachteten Interventionen und Eingriffe zielen demnach auf eine Stabilisierung, respektive Verbesserung des jeweiligen Status quo ab.


Die Rahmenbedingungen innerhalb derer Raumplanung dieser Aufgabe nachgeht, waren in den letzten Jahrzehnten Veränderungen unterworfen. Diese wurden durch Globalisierung und Deregulierung, zunehmende Tertiärisierung, technologischen Fortschritt, demographische Veränderungen, Pluralisierung der Lebensstile sowie gesellschaftlichen Wertewandel hervorgerufen. Geschwindigkeit und Schnelllebigkeit charakterisieren den Lebensalltag. Dies führte zu Veränderungen von Raumstrukturen, Raumwahrnehmung und Raumverhalten sowie hinsichtlich des Umgangs mit Zeit und Wissen in der Raumplanung.
 
Die Herausforderungen, die sich daraus für die vorsorgeorientierte Raumplanung ergeben, werden im Folgenden vor dem Hintergrund des Spannungsfeldes von gesichertem Wissen mit kurzer Halbwertszeit einerseits und der großen Unsicherheiten behafteten Prognosen andererseits diskutiert.