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Bücher
Keith Hart, Jean-Louis Laville and Antonio David Cattani (Eds):
The Human Economy
A Citizen’s Guide Polity Press: Cambridge (UK) and Malden (USA), 2010, 371 Seiten, Preis: 14,99 Euro (paperback); ISBN 978-0-7456-4980-1
Diese Publikation ist die erste Veröffentlichung in englischer Sprache der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, die anlässlich des Weltsozialforums 2001 in Porto Alegre in Brasilien ihren Ausgangspunkt genommen hat. Kritische Wissenschaftler, vor allem aus Lateinamerika und Europa haben ihre theoretischen und praktischen Arbeiten für die Entwicklung einer „Anderen Ökonomie“ seither in sogenannten „Wörterbüchern“ in Portugiesisch, Spanisch, Französisch und Italienisch erläutert. Die Erklärungen zentraler Begriffe einer „Anderen“ bzw. „Alternativen Ökonomie“, wie sie in diesen Buchausgaben enthalten sind, geben einen Überblick über die vielfältigen Aspekte und Gesichtspunkte, die für die Verwirklichung einer solidarischen und „menschlichen“ Ökonomie wichtig sind. Es ist erstaunlich, dass es fast ein Jahrzehnt gedauert hat, bis diese Bewegung auch im englischsprachigen Raum angekommen ist und hinsichtlich ihrer politischen Relevanz erkannt wurde. Diese Ausgabe geht über das Konzept eines Wörterbuchs hinaus und versammelt 32 Aufsätze von AutorInnen aus 16 Ländern in fünf thematischen Abschnitten: Ausgehend von der Behandlung der „Weltgesellschaft“ (Teil 1) werden Fragen einer Ökonomie mit „menschlichem Gesicht“ (Teil 2), einer Wirtschaftspolitik mit „moralischen Werten in den Politikprogrammen“ (Teil 3), über Betrachtungen „jenseits des Marktes und des Staates“ (Teil 4) bis hin zu „Neuen Ausrichtungen“ in unserer aktuellen Lebensumwelt behandelt. Die Präsentation der Aufsätze vermittelt damit ein facettenreiches Bild der ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung aus einer erfrischend anderen Perspektive. Die Themen der Nutzung natürlicher Ressourcen, der regionalen Aspekte der lokalen Entwicklung, wie sie für die Ländlichen Entwicklungsprogramme zentral sind, sowie der Einfluss der Institutionen und der neuen technologischen Kommunikationsmittel sind nur einige der wesentlichen Dimensionen, die für den ländlichen Raum von besonderer Bedeutung sind. Obwohl alle Kapitel sich auf die Auseinandersetzung mit der spezifischen Thematik konzentrieren, haben sie doch eines gemeinsam: Sie zeigen, wie wichtig es ist, weithin verbreitete Erklärungsmuster der Wirtschaftspolitik (und weiterer Politikbereiche) zu hinterfragen und die Möglichkeiten anderer Organisationsformen von Arbeit, Wirtschaft und sozialem Zusammenleben so zu organisieren, dass sie den Grundprinzipien eines demokratischen Entwicklungsprozesses eher entsprechen. Das mit diesem Buch vorgestellte Projekt zielt damit auf die „Emanzipation“ ab, so wie in treffender Weise auch das letzte Kapitel bezeichnet ist. Die Bemühungen auf diesem Weg verwenden das Bild des „Prinzips Hoffnung“. Unmittelbar nach der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise erschien die Suche nach Alternativen für kurze Zeit ein allgemeines Bedürfnis, der „Mainstream“ der Wirtschaftswissenschaften ist aber rasch wieder zur Argumentation kapitalistischer Märkte zurückgekehrt. Wäre es da angesichts der gesellschaftlichen Aufgaben nicht besser, wir erfassen unsere Wirtschaftsaktivitäten als Entscheidungen, die von den Menschen und nicht einer „unpersönlichen Maschine“ gestaltet und verändert werden? Dipl.-Ing. Thomas Dax Bundesanstalt für Bergbauernfragen
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