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Bücher
Tony Judt:
Geschichte Europas. Von 1945 bis zur Gegenwart
Erschienen im Verlag Carl Hanser, München 2006, 1056 Seiten; Preis: 41,10 Euro (A). ISBN: 3-446-20777-5 Ein hoch ambitioniertes Werk hat der britische Historiker Tony Judt mit seiner weit beachteten und nun auch in deutscher Sprache erschienenen «Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart» vorgelegt.
Judt arbeitet die großen Linien der Politik, der Gesellschaft, der Kultur und des Alltags in Europa heraus. Und je weiter man sich in diese Lektüre vertieft, desto klarer setzt sich eine Erkenntnis durch: dass die Zeiten, da uns unsere nationale Geschichte genügen konnte, endgültig vorbei sind. Auf knapp 1000 Seiten erläutert er die rasanten Veränderungen, die Europa in nur 60 Jahren erlebt hat: Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Kalten Krieg überwanden die europäischen Staaten seit 1989 die Teilung in Ost und West und verankerten neue Demokratien, die als Voraussetzung für den Eintritt in die EU gelten.
Das Europa von heute sei entstanden aufgrund seiner schrecklichen Vergangenheit, meint Judt, der in New York das Erich-Maria-Remarque-Institut für Europäische Studien leitet. Gebaut «aus den Krematorien von Auschwitz» bleibe es «der Vergangenheit immer verpflichtet», mahnt der Europakenner in seinem wichtigen Buch.
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