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Ländlicher Raum    Mai 2012

Online-Fachzeitung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

KROMUS

Stefan Kromus - Michael Narodoslawsky - Christian Krotschek: Die Grüne Bioraffinerie Österreich - Nutzung von Wiesen als nachwachsender Rohstoff

Wiesengrünmasse und andere ##quot##Grüne Biomassen##quot##, wie z.B. Ernterückstände von Feldfrüchten beinhalten einen beträchtlichen Reichtum an Wertstoffen. Es existieren derzeit Ansätze, ##quot##Gras##quot## in Zukunft nicht nur als Energiequelle, sondern auch als Rohstoff für Lebensmittel, Kosmetik- und Pharmaprodukte, zur Produktion von Chemikalien und biogenen Werkstoffen, wie Kunststoff und Verpackungsmaterial zu nutzen. Die Pflanzenfasern liefern den Ausgangsstoff für Dämmmaterial, Vliese oder Panele. Die Verarbeitung von Wiesengrünmasse wird in sogenannten ##quot##Grünen Bioraffinerien##quot## durchgeführt.


Seit 1996 wird an der Universität Potsdam (D) und dem Institut für Agrartechnik in Bornim (D) im Rahmen eines Grünen Bioraffinerie Forschungsschwerpunktes an einer Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Synthese diverser Chemikalien gearbeitet .

Neben der Überzeugung, dass Gras-Klee-Luzerne extrem vielseitige und reichhaltige nachwachsende Rohstoffe sind, stehen beim österreichischen Projekt Grüne Bioraffinerie besonders auch ökologische und kulturlandschaftliche Elemente im Vordergrund. Begonnen hat die ##quot##Nawaro-Gras-Forschung##quot## in den späten 80er Jahren mit Verzuckerungsversuchen von Gras zur Produktion von Ethanol. Angeregt durch europäische Aktivitäten initiierten M. Narodoslawsky mit dem Verein SUSTAIN, und das Kornberg Institut, 1998 einen neuen Anlauf zu Forschungen an der Bioraffinerie Österreich . Die Ergebnisse dieser ersten Vorstudie waren vielversprechend und erhielten so große Resonanz, dass die Forschungstätigkeiten intensiviert wurden...